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Regionalministerin Birgit Honé überreicht in Hildesheim zwei Förderbescheide für Richtlinie „Soziale Innovation“

Projekte zur Berufsorientierung und zur Frauenförderung im Gesundheitsbereich werden insgesamt mit rund 565.000 Euro gefördert


Hildesheim. Am (heutigen) Donnerstag hat Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Förderbescheide an zwei Projektträger übergeben, die mit kreativen Ideen und innovativen Ansätzen einen Beitrag zur Deckung lokaler und regionaler Bedarfe leisten wollen. Dies ist das Ziel der Richtlinie „Soziale Innovation“ des Landes Niedersachsen. „Ich bin überzeugt, dass wir den Herausforderungen unserer Zeit in einem Flächenland wie Niedersachsen mit kreativen, oftmals ungeahnt wirkungsvollen Lösungsansätzen besser begegnen können. Gerade die Bewältigung der Corona-Pandemie zeigt uns, dass wir flexible Instrumente benötigen, um auch auf unerwartete und nicht absehbare Herausforderungen reagieren zu können“, sagte Honé bei der Übergabe der Bescheide. „Genau das ermöglichen wir mit unserer Richtlinie ‘Soziale Innovation‘, mit der wir ein Experimentierfeld geschaffen haben, auf dem unterschiedlichste Akteurinnen und Akteure neue Wege und Lösungsansätze in den Bereichen Daseinsvorsorge und Arbeitswelt erproben können.“

Zwei Projektträgern überreichte Regionalministerin Birgit Honé einen Förderbescheid:

· Cluster e.V. erhält rund 286.000 Euro für das Projekt „Freie Werkstatt – Leidenschaft wecken und Talente entdecken und

· die hannoverimpuls GmbH erhält rund 280.000 Euro für das Projekt „Female Health Incubator“.

Birgit Honé: „Die Projekte, die heute einen Förderbescheid erhalten, hören sich innovativ und sehr vielversprechend an. Bei der Umsetzung wünsche ich Ihnen gutes Gelingen und viel Erfolg!“

Die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Dinah Stollwerck-Bauer ergänzte: „Die beiden Projekte zeigen auf unterschiedliche Art und Weise, wie auf die Bedarfe und sozialen Herausforderungen in der Region Leine-Weser eingegangen wird. Auf der einen Seite findet eine Unterstützung der jungen Menschen bei der Berufsorientierung durch Möglichkeiten zur kreativen Selbstverwirklichung statt. Durch ein generationsübergreifendes Lernen, das in diesem Fall einen Weg für alle jungen Menschen darstellt, ihre beruflichen Zukunftschancen positiv zu beeinflussen.“ Darüber hinaus finde eine Stärkung der Berufsorientierung im MINT-Bereich statt. Auf der anderen Seite greife ein Projekt den Themenkomplex ‚Gesundheit‘ auf, der bei der Entwicklung der Region eine besondere Bedeutung spiele: „Aktuell können wir leider feststellen, dass für den Bereich Leine-Weser das Thema der Ausgründung aus Hochschulen hinter dem Bundesdurchschnitt liegt. Das Projekt soll diesem Defizit entgegenstehen und die Förderung von Start-ups ermöglichen. Weiterhin handelt es sich bei dem Themenfeld der ‚Start-up-Gründungen von Frauen‘, vor allem im Bereich der Gesundheitswirtschaft, um ein gesamtgesellschaftliches Thema, das natürlich auch in der Region Leine-Weser von besonderer Bedeutung ist. Ich wünsche den beiden Projekten viel Erfolg bei der Realisierung“, so Stollwerck-Bauer.

Abschließend dankte Regionalministerin Honé den drei Stellen für soziale Innovation in Niedersachsen, die potentielle Projektträger bei der Entwicklung innovativer Projekte unterstützen, für ihre Arbeit: „Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen den Projektträgern und meinem Haus. Sie unterstützen die Projektträger mit großem Engagement von Beginn an über die gesamte Projektdauer. Damit tragen auch Sie zum Gelingen der einzelnen Projekte bei.“

Weitere Informationen zu den geförderten Projekten und zur Richtlinie „Soziale Innovation“ finden Sie auf den folgenden Seiten.

Informationen über die im Amtsbezirk Leine-Weser geförderten Projekte:

1. „Freie Werkstatt – Leidenschaft wecken und Talente entdecken“ (Cluster e.V., Cluster die Sozialagentur e.K.)

Mit dem Projekt der „Freie Werkstatt – Leidenschaft wecken und Talente entdecken“ soll benachteiligten Jugendlichen eine Möglichkeit für interaktive Einblicke in handwerkliche Berufe, insbesondere aus dem MINT-Bereich, verschafft werden, um so die Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Die Freie Werkstatt schafft dafür Co-Working-Bereiche und Maker-Space für freischaffende Handwerker*innen, Künstler*innen, Start-Ups sowie Senior*innen in Form einer vollausgestatteten Halle mit Holz- und Metallecke, Besprechungsräumen und einem Informatikbereich. Die Bereiche können von den genannten Gruppen dann kostenfrei genutzt werden, wenn sie die Jugendlichen in ihre Projekte miteinbinden und ihnen auf diesem Wege Wissen, Fachkenntnisse und Fachkompetenzen vermitteln. Die jugendlichen Teilnehmenden kommen vorrangig über Schulpraktika und Kooperationen in die Freie Werkstatt. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit der kooperierenden Gruppen können die jungen Menschen ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz hinreichend erhöhen, und den genannten Gruppen im Berufsleben wird ein kostengünstiger und attraktiver Arbeitsplatz nach Bedarf angeboten.

Das Projekt wird mit einem Zuwendungsvolumen in Höhe von 285.965,13 Euro gefördert.

2. „Female Health Incubator“ (hannoverimpuls GmbH)

Mit dem Projekt „Female Health Incubator“ sollen Startup-Geschäftsmodelle von Frauen im Frauen-Gesundheitsbereich gefördert werden, der Fokus liegt dabei primär auf „Femtech“ und „Digital Health“. Es wird ein Inkubatorenprogramm aufgebaut, um gezielt investitionsfähige frauengeförderte Startups in Frauengesundheitsthemen anzusprechen und zu fördern. Dieses Programm ist durch seine Gestaltung im niedersächsischen „Gründungsstipendium“ antragsberechtigt. In Bezug auf die Durchführung sind drei Durchläufe von jeweils neun Monaten geplant, hierbei entfallen sechs Monate auf eine intensive Betreuungsphase und drei Monate auf eine sogenannte Fall-Out-Phase. Hierbei ist die intensive Phase in Sprints mit Fortschrittsdefinitionen unterteilt, wo ein intensives und individuelles Coaching, Workshops und Mentoring stattfinden. Nach den sechs Sprints werden die Projekte in Demo-Days vorgestellt. Parallel finden diverse Vernetzungsaktivitäten zu potentiellen Partner*innenn, relevanten Zielgruppen, Investor*innen und Expert*innen statt. Der Bereich der sechs monatigen Kernphase ist so konstruiert, dass dieser teilzeitgeeignet ist und sich an die individuellen Lebenssituationen anpasst. Insgesamt sollen mindestens neun Female Health Startups begleitet werden, und rund 50 Prozent der Starup-Ideen sollen nach Projektende von den Teilnehmer*innen weiter verfolgt werden.

Das Projekt wird mit einem Zuwendungsvolumen in Höhe von 279.899,84 Euro gefördert.


Hintergrund:

2015 hat die Landesregierung mit der Richtlinie „Soziale Innovation“ eine Möglichkeit geschaffen, Modellprojekte zu den Themenfeldern Daseinsvorsorge und Arbeitswelt zu fördern. Es sollen keine technischen, sondern sozial-innovative Ansätze entwickelt und erprobt werden, die zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Deckung regionaler Bedarfe beitragen. Konkret geht es um Projekte zur Anpassung an den Wandel im Bereich der Arbeitswelt durch veränderte Anforderungen und Bedarfe der Beteiligten sowie Projekte zur Sicherung und Verbesserung des Zugangs zu Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen im Rahmen der Regionalen Daseinsvorsorge.

Niedersachsen war mit diesem Ansatz bundesweit Vorreiter. Was als Experiment im Rahmen der Neuausrichtung der ESF-Förderung begann, hat sich mittlerweile zu einem stark nachgefragten Förderinstrument entwickelt.

Seit 2016 gingen in fünf Aufrufen 145 Interessensbekundungen ein, aus denen einschließlich der laufenden Runde 56 Projekte ausgewählt wurden und über die Richtlinie gefördert werden. Insgesamt stehen in der Förderperiode 2014-2020 zur Umsetzung der Richtlinie zwölf Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Mit der nunmehr fünften und letzten Antragsrunde sind diese Mittel ausgeschöpft.

Artikel-Informationen

11.06.2020

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