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2. Februar: Häfen in Niedersachsen und Bremen sehen Brexit-Folgen gelassen

Cuxhaven (dpa) - Der in der Nacht zum Samstag vollzogene EU-Austritt Großbritanniens wirkt sich auf die Häfen in Niedersachsen und Bremen nach Angaben der Betreiber zunächst nicht aus. «Da kräht gerade kein Hahn nach», sagte Oliver Fuhljahn, Leiter Automobile Logistik des Cuxhavener Hafendienstleister Cuxport. Nach mehreren «Hypes» sei das Thema nun durch. Schließlich gelte mit dem Austrittsvertrag eine Übergangsfrist bis 31. Dezember 2020, in der sich fast nichts ändert.

Cuxport wickelt bis zu 80 Prozent seines Warenverkehrs mit Großbritannien ab. Mehrmals wöchentlich verkehren Frachtschiffe zwischen Cuxhaven und den britischen Häfen Immingham, Harwich und Southampton.

Fuhljahn sagte, dem nächsten Jahr sehe er ebenfalls gelassen entgegen - auch wenn noch unklar sei, was komme. Nachdem der Brexit mehrmals verschoben worden sei, hätten sich inzwischen alle Beteiligten auf mögliche Zollabfertigungen vorbereitet. Cuxport erweiterte etwa seine IT um eine Schnittstelle zum System des Zolls. Auch seien Flächen für Lkw geschaffen worden, die länger auf die Zollabfertigung warteten.

Mit Großbritannien könne künftig ähnlich umgegangen werden wie mit Norwegen und Island, sagte Fuhljahn. Mit den beiden Nicht-EU-Ländern wickelt Cuxport bis zu zehn Prozent seines Warenverkehrs ab.

Im Bremerhavener Überseehafen und im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven spielen Containerschiffe aus und nach Großbritannien keine größere Rolle. Mit «dramatischen Auswirkungen» des Brexits rechnet der Hafenbetreiber Bremenports daher nicht. Der Terminalbetreiber Eurogate gewinnt dem Brexit sogar Positives ab: «Sollte der Brexit Warenströme verändern, so sehen wir darin mehr Chance als Risiko, denn unsere Terminals stehen im Falle eines reduzierten Anlaufs britischer Häfen als Alternative zur Verfügung», sagte ein Sprecher.

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03.02.2020

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