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Honé und Tonne tief beeindruckt von polnischer Hilfe für Ukraine-Geflüchtete

Niedersächsische Minister wollen Dialog mit Niederschlesien vertiefen


Die niedersächsischen Minister Birgit Honé und Grant Hendrik Tonne haben die enge Partnerschaft des Bundeslands mit der polnischen Partnerregion Niederschlesien betont und eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit angekündigt.

Beide Politiker zeigten sich am (heutigen) Sonntag nach Abschluss einer viertägigen Reise in die Woiwodschaft tief beeindruckt vom dortigen Einsatz für Vertriebene aus der Ukraine. „Polen trägt in der EU die Hauptlast bei der Aufnahme und Integration der aus ihrer Heimat Geflüchteten. Insbesondere der Einsatz und die Aufnahmebereitschaft der Zivilgesellschaft verdienen unsere Hochachtung“, betonte Europaministerin Honé.

Kultusminister Tonne verwies darauf, dass der Zuzug geflüchteter Menschen auch das Bildungssystem nicht unberührt lasse. „In Niedersachsen arbeiten wir intensiv daran, Angebote und Perspektiven in Kindertagesbetreuung und in Schule zu schaffen. Die Region Niederschlesien hat derweil noch einmal wesentlich mehr junge Menschen aufgenommen, was die enorme Kraftanstrengung verdeutlicht, die hier geleistet wurde und für die ich meinen tiefen Respekt zum Ausdruck bringen möchte.“

In Polen leben derzeit schätzungsweise 2,8 Millionen Geflüchtete aus der Ukraine. Etwa jeder vierte Einwohnende der niederschlesischen Hauptstadt Breslau besitzt die ukrainische Staatsbürgerschaft.

Die Erfahrung von Flucht und Vertreibung verbinde viele Menschen in Niedersachsen und Niederschlesien, betonten Honé und Tonne. Dies sei auch ohne die traurige Aktualität neuer Vertreibungen in Europa besonderer Auftrag, im Dialog Brücken zueinander zu bauen. „Es ist immer besser, miteinander statt übereinander zu sprechen“, sagte Honé.

„Je früher dieser Dialog beginnt, desto besser“, ergänzte Tonne. Deshalb sei es wichtig, dass Schulfahrten, Austausche und Partnerschaften gepflegt und ausgebaut werden. „Dieser Rahmen ermöglicht es jungen Menschen, miteinander länderübergreifend Kontakte zu knüpfen und ein europäisches Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln.“

Auf dem Programm stand neben politischen Gesprächen unter anderem die Abfertigung eines Hilfstransports mit Spenden niedersächsischer Unternehmen von Breslau in die Ostukraine.

Es folgten Gespräche mit Jugendlichen in der Begegnungsstätte Kreisau und ein Besuch der Friedenskirche in Schweidnitz. Honé sprach zudem mit Studierenden der Universität Breslau, Tonne besuchte eine Grundschule mit Deutsch als Fremdsprachenangebot sowie eine Partnerschule Niedersachsens.

Honé sprach sich für eine engere kommunale und regionale Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinaus aus. Gerade angesichts der aktuellen humanitären Herausforderungen zeige sich der unschätzbare Wert bestehender Kontakte. Dies könne auch bei einem späteren Wiederaufbau der Ukraine helfen. „Ich werde mich für mehr Städtepartnerschaften zwischen Kommunen in der EU und der Ukraine stark machen“, kündigte Honé an.

Tonne thematisierte außerdem die deutsch-polnische Schulbuchreihe, die seit 2008 entwickelt wird. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Lehrwerk im Unterrichtsfach Geschichte. „Ich werde mich in der Kultusministerkonferenz dafür einsetzen, dass dieses Projekt weiterentwickelt und möglichst breit etabliert wird.“

Ministerin Birgit Honé  

Ministerin Birgit Honé

Artikel-Informationen

erstellt am:
08.05.2022
zuletzt aktualisiert am:
09.05.2022

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