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Niedersachsen, Drenthe und Groningen stärken Wasserstoffzusammenarbeit

Ministerin Honé: Können erstes grenzüberschreitendes Hydrogen Valley werden

Die niederländischen Provinzen Drenthe und Groningen und das Land Niedersachsen stärken die grenzübergreifende Zusammenarbeit zur Entwicklung von Wasserstoffprojekten. Darüber sprach die Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung, Birgit Honé, mit ihren niederländischen Amtskollegen Melissa van Hoorn (Groningen) und Tjisse Stelpstra (Drenthe) am Mittwoch, 16. März, während eines Arbeitsbesuches in Lingen.

„Die nördlichen Niederlande und Niedersachsen sind sich in mehrfacher Hinsicht sehr ähnlich: Ihre Nähe zum Meer, das Potenzial für eine großangelegte Wasserstoffproduktion, Speicherung in Salzkavernen, große Industriecluster, innovative Unternehmen, z.B. im Bereich der Logistik“, sagt Drenthes Regionalminister, Tjisse Stelpstra. Seine Groninger Kollegin, Regionalministerin Melissa van Hoorn, fügt hinzu: „Es liegt daher auf der Hand, dass wir zusammenarbeiten. Das geschieht auch schon jetzt in Teilprojekten, aber wir können diese Zusammenarbeit noch weiter intensivieren.“ Sie sind daher mit Niedersachsens Ministerin Birgit Honé einer Meinung: „Gemeinsam können wir Europas erstes grenzüberschreitendes Hydrogen Valley werden.“

Das Land und die niederländischen Provinzen wollen die Verbindung der „Hydrogen Valleys“ auf beiden Seiten der Grenze auf Basis bereits bestehender Projekte und Aktivitäten weiter vorantreiben. Dabei geht es darum, Wasserstoffprojekte zu vernetzen und ein neues EU-Förderprogramm zu nutzen.

In den nördlichen Niederlanden betrifft die Zusammenarbeit das HEAVENN-Projekt, das die Entwicklung des Energiezentrums „GZI Next“ in der Stadt Emmen und Projekte in und um die Gebiete Eemshaven und Delfzijl umfasst. Im Nordwesten Deutschlands betrifft dies die H2-Region Emsland und „HyWays for Future“ in der Metropolregion Nordwest. Diese Projekte konzentrieren sich auf die gesamte Wasserstoffwertschöpfungskette: von der Produktion von grünem Wasserstoff über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung in Industrie, Mobilität und im Gebäudebereich.

Indem die Regionen die Zusammenarbeit zwischen privatwirtschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen unterstützen und gemeinsam Projekte entwickeln, können Angebot und Nachfrage nach Wasserstoff überregional verknüpft werden. Dadurch werden der Wissensaustausch und Beschäftigung gestärkt, und Skaleneffekte genutzt, die zu niedrigeren Preisen für grünen Wasserstoff führen. Das macht die Nutzung von Wasserstoff attraktiver, wodurch die Energiewende beschleunigt wird und wir uns schneller von ausländischen Energieimporten unabhängig machen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit wollen das Land Niedersachsen und die beiden nordniederländischen Provinzen Unternehmen und Wissenseinrichtungen aus der Grenzregion gezielt unterstützen, die sich auf das neue Förderprogramm der „EU Clean Hydrogen Partnership“ bewerben. Im Rahmen dieses Programms steht ein Budget von 121 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus wird geprüft, ob gemeinsam mit anderen Regionen, beispielsweise in den baltischen Staaten, Förderanträge gestellt werden können, um eine Wasserstofftankinfrastruktur mit 150 Wasserstoff-Lkw entlang eines Teils des Nordsee-Ostsee-Korridors zwischen Rotterdam und Hamburg aufbauen zu können.

Die Provinzen Drenthe und Groningen sowie das Land Niedersachsen prüfen schon seit einiger Zeit eine noch engere Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff. Daran beteiligen sich auch die New Energy Coalition, die H2 Region Emsland und das deutsche Energieunternehmen EWE. In den kommenden Monaten werden die Regionen ihre Zusammenarbeit weiter konkretisieren und ausweiten.

Artikel-Informationen

erstellt am:
16.03.2022

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