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Wunderling-Weilbier: Soziale Daseinsvorsorge braucht regionale Freiräume



Fachtagung in Loccum zieht positive Bilanz zu Regionalen Versorgungszentren

Loccum. Regionale Akteure können bei der Sicherung der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen wertvolle individuelle Lösungen entwickeln. Das sagte der Staatssekretär des Niedersächsischen Regionalministeriums, Matthias Wunderling-Weilbier, am Montag zum Auftakt einer zweitägigen Tagung im Kloster Loccum. „Regionale Entwicklung kann nicht ,von oben‘ aus Hannover zentral für das ganze Land geschehen. Regionale Akteure müssen mitgenommen werden und benötigen innerhalb eines definierten Rahmens auch Freiräume für individuelle Lösungen“, sagte Wunderling-Weilbier vor etwa 50 Fachleuten aus ganz Deutschland.

Am Montag und Dienstag tauschen sich diese in Loccum auf Einladung des Ministeriums zu den Regionalen Versorgungszentren (RVZ) aus. Die RVZ sind ein bundesweit einmaliges Modellprojekts für die Daseinsvorsorge, in dem eine hausärztliche Versorgung an einem gut erreichbaren Ort mit weiteren Versorgungs-, Beratungs- und Begegnungsangeboten kombiniert wird. Das Regionalministerium begleitet seit 2020 in einem Modellprojekt den Aufbau von landesweit fünf RVZ – an der Wurster Nordseeküste (Landkreis Cuxhaven) und in Nordenham (Landkreis Wesermarsch) wurden inzwischen die ersten eröffnet.

Das Loccumer Treffen befasst sich vor allem mit praktischen Erfahrungen und Herausforderungen beim Aufbau der RVZ. So stehen neben Berichten aus der Praxis und der Vorstellung einer Begleitevaluation vor allem die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Akteuren im Mittelpunkt. Dabei zeichneten die Teilnehmenden ein positives Bild des Modells. So gebe es zwar zahlreiche Fragestellungen, doch gleichzeitig eine große Bereitschaft der Kommunen, sich im Bereich der Daseinsvorsorge zu engagieren.

Der Staatssekretär hob bei der Tagung die gute Zusammenarbeit zwischen den Akteuren hervor. „Die Partner haben gemeinsam Hürden genommen, pragmatische Lösungen gefunden und wertvolle Erfahrungen gemacht, von denen nun andere Kommunen profitieren können. Dafür danke ich den Modellkommunen ausdrücklich“, sagte Wunderling-Weilbier.

Auch wenn die Zahl der Modellkommunen begrenzt ist, können im Land neue Regionale Versorgungszentren entstehen. Künftig erfolgt ein landesweiter Roll-Out mit Mitteln aus dem Europäischen Förderfonds ELER und Landesmitteln. Die Geschäftsstelle RVZ im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung berät interessierte Kommunen und Landkreise zur Gründung der RVZ und zur Antragstellung im Rahmen der ZILE-Richtlinie beraten die Ämter für regionale Landesentwicklung.

Artikel-Informationen

erstellt am:
20.06.2022

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