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Das Projekt Digitale Dörfer Niedersachsen

Für landesweiten Rollout stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung


Digitale Dörfer Bildrechte: Digitale Dörfer

Ab Juli 2022 können sich alle niedersächsischen Kommunen für eine Teilnahme am Projekt „Digitale Dörfer Niedersachsen“ bewerben. Interessierte Kommunen stellen dafür einen Antrag bei der Stiftung Digitale Chancen oder reichen dort eine unverbindliche Interessensbekundung ein, um weitere Informationen zu erhalten.

Die „Digitalen Dörfer Niedersachsen“ vernetzen über eine regionale Softwareplattform Bürger*innen in den ländlichen Räumen. Ziel ist ein nicht-kommerzielles „digitales Ökosystem“, über das sich Menschen vor Ort untereinander austauschen und mit der kommunalen Verwaltung interagieren können. Die digitale Kommunikation soll das dörfliche Zusammenleben verbessern und für mehr Lebensqualität sorgen. Über die Digitale-Dörfer-Plattform kann die Verwaltung ihre Informationen niedrigschwellig an ihre Bürger*innen weitergeben. Nachbar*innen können sich miteinander vernetzen und sich gegenseitig helfen. So wird der gesellschaftliche Zusammenhalt in Zeiten wachsender sozialer Distanzen gestärkt.

Die Digitale-Dörfer-Plattform hält verschiedene Angebote wie die DorfFunk-App und die Niedersächsischen LandNews bereit, die den lokalen Bedürfnissen entsprechend eingesetzt werden. Mit der DorfFunk-App können Bürger*innen auf dem Smartphone ihre Hilfe anbieten, Gesuche einstellen oder einfach nur zwanglos miteinander plauschen. Mit einem Zugang zu den Niedersächsischen LandNews können unterschiedliche Akteur*innen bspw. aus Verwaltung, Vereinen und Organisationen Informationen und Ankündigungen online veröffentlichen und auch an die Nutzer*innen des DorfFunks ausspielen. Zusätzlich können Kommunen sich für die LösBar entscheiden. Durch die LösBar werden Bürger*innen und Verwaltung näher zusammengebracht, um ihre Anliegen gemeinsam zu lösen. Die Bürger*innen können über den „Sag‘s uns“-Kanal im DorfFunk mit ihrer Verwaltung in Kontakt treten, um Vorschläge und Wünsche einzubringen oder Mängel zu melden. Die Nachrichten werden direkt in die LösBar übertragen und können von Verwaltungsmitarbeiter*innen bearbeitet werden. Der Digitale Schaukasten informiert an einer zentralen Stelle im Ort über Wissenswertes aus dem lokalen und regionalen Umfeld. So werden auch weniger digital affine Menschen erreicht. Die Plattform Digitale-Dörfer stärkt die Identifikation mit dem ländlichen Lebensumfeld und die Zugehörigkeit zur lokalen Gemeinschaft.

Die teilnehmenden Kommunen können die Plattform dank der Projektförderung durch das Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung bis Mitte 2025 kostenfrei nutzen. Für den landesweiten Rollout stehen zunächst bis zu zwei Millionen Euro aus dem Sondervermögen Digitalisierung des Landes zur Verfügung.

Das Projekt wird in Kooperation des Fraunhofer IESE (Digitale Dörfer) und der Stiftung Digitale Chancen durchgeführt und vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung gefördert.

Bisher wurden zwischen Februar 2021 und Juni 2022 in einem Reallabor die Bedarfe der Bevölkerung in ländlichen Räumen für mehr digitale Teilhabe ermittelt und Anwendungen erprobt. In Südniedersachsen sind aktuell 7 Kommunen ein Digitales Dorf. Weitere 10 Kommunen nehmen derzeit letzte Abstimmungen vor, um ein Digitales Dorf zu werden.


Digitale Dörfer   Bildrechte: Digitale Dörfer

Artikel-Informationen

erstellt am:
01.07.2022

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