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Regionalministerin Birgit Honè überreicht acht Förderbescheide über insgesamt 4,6 Millionen Euro zur Unterstützung von Integrationsmaßnahmen an die Stadt Salzgitter

Niedersachsens Regionalministerin Birgit Honé hat am (heutigen) Dienstag dem Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel, Förderbescheide für acht Projekte überreicht, die bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen der Zuwanderung von geflüchteten Menschen in den zurückliegenden Jahren helfen sollen. Die acht Projekte werden mit insgesamt 4,6 Millionen Euro aus dem Integrationsfonds gefördert.

„Ich habe großen Respekt vor der Integrationsarbeit, die in allen Kommunen des Landes geleistet wird“, sagte Ministerin Honé bei dem Treffen mit Oberbürgermeister Klingebiel in Hannover. „Und doch ist es richtig, den am stärksten betroffenen Städten auch eine besondere Unterstützung des Landes zu gewähren. Daher freue ich mich, Salzgitter heute die Realisierung wichtiger Integrationsvorhaben ermöglichen zu können.“

Einen Schwerpunkt bei den nun geförderten Maßnahmen bildet die Schaffung zusätzlicher Betreuungsangebote für Kinder. So soll in derzeit ungenutzten Räumen der Steinbergschule eine neue Kindertagesstätte (KiTa) geschaffen werden (Fördersumme 930.000 Euro). Zudem sollen Sanierungen und Erweiterungen an drei bestehenden KiTas erfolgen. Hierzu zählen die KiTa Apostelgemeinde (Fördersumme knapp 580.000 Euro), die KiTa Martin-Luther (Fördersumme gut 2 Millionen Euro) und die KiTa Sankt Lukas (Fördersumme knapp 150.000 Euro).

In einem weiteren Vorhaben sollen durch soziale Organisationen an verschiedenen Standorten Angebote zur Beratung und Unterstützung von Migrantinnen und Migranten geschaffen werden (Fördersumme knapp 180.000 Euro). Zwei Projekte sollen zudem in besonders betroffenen Stadtquartieren zur Sicherheit beitragen und soziale Spannungen abbauen. Zum einen geht es dabei um den Aufbau eines Netzwerkes zur aufsuchenden sozialen Arbeit („Streetworking“, Fördersumme 180.000 Euro), zum anderen sollen die bereits in der Vergangenheit durchgeführten Stadtstreifen, die als Ansprechpartner insbesondere an den sozialen Brennpunkten präsent sind, durch zusätzliches Personal gestärkt werden (Fördersumme 110.000 Euro).

Besondere Integrationsanforderungen bestehen auch an den Schulen in Salzgitter. Daher soll durch die deutliche Verstärkung der Schulsozialarbeit an den Schulen in der Stadt das Miteinander von geflüchteten und deutschen Kindern weiter verbessert werden (Fördersumme 480.000 Euro).

„Durch die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel kann die Stadt nun eine Reihe wichtiger Vorhaben zur Integration der Geflüchteten verwirklichen. Das hilft und ich bin dem Land für diese Unterstützung dankbar; allerdings ist die längerfristige Aufgabe ,Integration‘ nicht mit einer ,Einmalzahlung‘ zu bewältigen“, sagte Oberbürgermeister Klingebiel. „Die Herausforderungen für die Stadt sind sehr groß, so dass ich auch für die kommende Zeit auf gute Zusammenarbeit mit und dauerhafte Unterstützung durch das Land Niedersachsen vertraue.“

Zuständig für die Abwicklung des Bewilligungsverfahrens für diese acht Projekte war das Amt für regionale Landesentwicklung in Braunschweig. „Der Integrationsfonds bietet eine besondere Chance für die Stadt Salzgitter, die mit diesem finanziellen Engagement des Landes in die Lage versetzt wird, vielfältig entstandene Probleme mit klugen Konzepten zielgerichtet anzugehen“ ist sich der Landesbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier sicher. „Die Herausforderungen werden nicht von heute auf morgen kleiner, aber sie können mit der finanziellen Unterstützung durch das Land schrittweise bewältigt werden.“

Und in der Tat sind auch für das Jahr 2018 wiederum 10 Millionen Euro für den Integrationsfonds reserviert, um die am stärksten betroffenen Städte bei Ihrer Arbeit mit den geflüchteten Menschen zu unterstützen. Welchen Anteil Salzgitter an dieser Summe haben wird, wird sich allerdings erst im März herausstellen, wenn auf Grundlage neuer statistischer Zahlen, die Ansprüche der betroffenen Städte eingeschätzt werden können.

Hintergrund:

Ebenso wie in den Städten Delmenhorst und Wilhelmshaven haben sich in der Stadt Salzgitter besonders viele Flüchtlinge niedergelassen, da sie in diesen Städten vielfach auf günstigen Wohnraum und andere Menschen gleicher Herkunft treffen. In der Folge liegt ihr Anteil mit 1,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung in Salzgitter etwa dreimal so hoch wie der Landesdurchschnitt von 0,6 Prozent und stellt gleichzeitig landesweit auch vor Delmenhorst (1,4 Prozent) und Wilhelmshaven (1,3 Prozent) den höchsten Anteil dar.

Um die drei genannten Städte bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben bei der Integration dieser Menschen zu unterstützen hat das Land Niedersachsen daher im vergangenen Jahr 10 Millionen Euro in einem sogenannten Integrationsfonds bereitgestellt, durch den bestehende Projekte und Maßnahmen zusätzlich zu den ohnehin bestehenden Förderrichtlinien des Landes unterstützt werden können.

Artikel-Informationen

23.01.2018

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